Das Projekt
- Ein Dorf hilft sich selbst -
Die Idee
Baboucarr Boye, unser 1. Vereinsvorsitzender, stammt aus dem Ort Jahanka (zum Teil auch Jaka genannt) in Gambia und lebt seit 11 Jahren in Deutschland. Eine Gesundheitsversorgung war für die Bewohner Jahankas (Jakas) bisher nur im entfernten Bansang möglich, ein Transportmittel meist nicht vorhanden. Baboucarr und weitere Exilgambier hatten die mutige Idee, die Gesundheitsversorgung in ihrem Heimatland durch den Bau eines Krankenhauses zu verbessern. Schon bald wurde aus der spontanen Idee ein Gebäudeplan und die Hoffnung, ein Krankenhaus tatsächlich Realität werden zu lassen.
Der Bau
In beeindruckender Eigenleistung errichteten die Bewohner von Jahanka das Krankenhausgebäude zum größten Teil selbst. Die Finanzierung erfolgte über Sach- und Geldspenden unter anderem aus Freiburg. Die Uniklinik Freiburg stellte dringend benötigte Krankenhausbetten zur Verfügung, die nach Gambia verschifft werden konnten.
Heute umfasst das Hauptgebäude eine Fläche von 625 m2. Strom liefern Solarpanels, die Anfang 2025 installiert werden konnten. Die Wasserversorgung erfolgt über einen eigenen Brunnen.
Eröffnung und Betrieb
Nach drei Jahren Bauzeit war es am 21.02.2025 endlich so weit: Das Jahanka Health Center wurde offiziell eröffnet.
Schon am Tag nach der Eröffnung kam das erste Baby zur Welt – ein starkes Zeichen der Hoffnung gegen die horrende Kinder- und Müttersterblichkeit in und um Jahanka.
Das Krankenhaus ist rund um die Uhr geöffnet und bietet grundlegende medizinische Versorgung. Patient:innen kommen von weit her für die Behandlung. Aktuell behandeln 2 Ärzte Kinder und Erwachsene. Ein fester Bestandteil ist die geburtshilfliche Grundversorgung. In den ersten 4 Monaten nach Eröffnung wurden 54 Babys geboren. Außerdem wird sauberes Trinkwasser an Bedürftige ausgegeben.
Die Nachfrage ist riesig – die Wartebereiche sind regelmäßig überfüllt, oft bilden sich lange Schlangen vor dem Gebäude.
Wie geht es weiter?
Aktuell stellt die gambische Regierung ein Grundkontingent an Medikamenten zu Verfügung. Ein Nachkauf nicht in ausreichender Menge vorhandener Medikamente oder nicht im Kontingent mitinbegriffener Medikamente ist jedoch notwendig. Bisher werden auch nur die Personalkosten für das ärztliche Personal von der Regierung übernommen. Für die Finanzierung von Reinigungskräften und Sicherheitspersonal sowie alle anderen Kosten des laufenden Betriebs ist das Projekt auf Spenden angewiesen.
Im Hauptgebäude sind Instandhaltungsmaßnahmen und weitere Verbesserungen dringend nötig, wie zum Beispiel ein funktionierender Wasserabfluss für den Geburtsraum.
Ein zusätzliches Gebäude ist in Planung: Es soll Platz bieten für ambulante Schwangerschaftsvorsorge, pädiatrische Untersuchungen und Impfungen.
Langfristig soll ein Krankenwagen angeschafft werden, um Patient:innen in größere Kliniken transportieren zu können.